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Welche Auswirkungen hat ein zu starker Konsum von Computerspielen?

20. September 2011 by Jens

Studien zufolge birgt exzessives Computerspielen ein ernst zu nehmendes Suchtpotenzial. Anhand verschiedener hirnphysiologischer Untersuchungen haben Wissenschaftler bewiesen, dass häufiges Computerspielen vergleichbare Mechanismen auslöst wie beispielsweise der Genuss von Alkohol. Vermutlich werden von verstärktem Computerspiel-Konsum die gleichen Hirnstrukturen angesprochen, die auch auf sogenannte „weiche Drogen“ reagieren. Bis zu vier Prozent aller Konsumenten sind Experten zufolge bereits akut abhängig. Besonders bedroht sind dabei exzessive Computerspieler. Als abhängig gelten Konsumenten, sobald sie mindestens drei Suchtkriterien erfüllen. Beispiele für relevante Suchtkriterien sind unter anderem ein unstillbares Verlangen nach Computerspielen, Entzugssymptome, wenn nicht gespielt werden kann sowie die zunehmende Vernachlässigung anderer persönlicher Interessen.

Auch haben Studien nachgewiesen, dass der übermäßige nächtliche Genuss von PC- und Online-Spielen das Auftreten von Depressionen begünstigt. Wer sich zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens regelmäßig mit Online-Spielen beschäftigt, weist ein deutlich höheres Depressionsrisiko auf. Der Grund hierfür liegt nach Expertenmeinung in einer Verschiebung der persönlichen Schlaf- und Wach-Phasen.

Gefährlich ist auch die vermeintlich soziale Komponente zahlreicher Online-Rollenspiele. Viele virtuelle Realitäten gaukeln ihren Konsumenten Selbstsicherheit, Freundschaft und persönliche Stärke vor. Das Gegenteil ist oft der Fall: Dadurch, dass sehr viel Zeit allein vor dem Bildschirm verbracht wird, kommt es bei vielen Nutzern solcher Spiele zu einer zusätzlichen sozialen Verarmung. Besonders jene Konsumenten, die bereits im Vorfeld zu emotionalen Problemen neigen, versuchen oft, diese durch das Spiel zu überwinden. Die so entstehende Spielsucht schafft allerdings nur weitere Probleme. Häufig kommt es auf dieser Grundlage zu zusätzlichen Suchterscheinungen wie Kommunikations-, Kauf- oder Sexsucht.

Die Wirkungen übermäßigen Computer- beziehungsweise Onlinespiel-Konsums erstrecken sich auf das körperliche, kognitive, emotionale und soziale Befinden. Zu den extremen körperlichen Auswirkungen exzessiven Computerspiel-Konsums zählen unter anderem Schweißausbrüche, körperlicher Stress, Schlafstörungen, Unkonzentriertheit, Migräne, Aggressivität und Erregungszustände. Tipp: Gegen Migräne Tramdol.

Die kognitiven Wirkungen zeigen sich in veränderten Vorstellungen von gesellschaftlichen und politischen Werten und einer verzerrten Wahrnehmung der Realität. Die Auswirkungen auf das emotionale und soziale Befinden umfassen eine potenzielle emotionale Verarmung, Gewaltverherrlichung und Gewaltbereitschaft, die Herabsenkung von Tabu-, Toleranz- und Schamgrenzen sowie eine veränderte Einstellung zur Geschlechterrolle.

Besonders bedenklich: Computerspiele erfreuen sich vor allem bei den Heranwachsenden stetig wachsender Beliebtheit. Ob Playstation, PC oder mobiles Spielgerät – 50 Prozent aller Kinder und Jugendlichen verbringen täglich mindestens 30 bis 60 Minuten vor Bildschirm und Display. Ganze 10 Prozent tauchen täglich eine Stunde und länger in die künstlichen Welten der Computerspiele ab. Bei diesen sogenannten „Intensivspielern“ liegen die Jungen derzeit noch leicht vorn. Während Mädchen häufig strategisch orientierte Managementspiele sowie Jump-and-Run-Spiele bevorzugen, sind Jungen eindeutig an Wettkampf und virtuellem Kräftemessen interessiert.


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